Nr.: 1029 Witzig auf den Punkt gebracht: Die EU-Wahl

Wozu sind Kriege da? +++ Bürger bezahlen Millionen-Kredite der Parteien in Griechenland +++

Freitag, 23. Mai 2014

HG Butzko: Die Europawahl ist wichtig…

Das ZDF hatte mich angefragt, heute abend in der Sondersendung zur Europawahl mit Maybritt Illner am Ende einen dreiminütigen Beitrag beizusteuern. Worauf ich dann dieses Skript vorgelegt habe. (Na, was meint Ihr? Tret ich heute abend da auf?)

Um es vorwegzunehmen, der Kabarettist HG Butzko ist mit seinem harmlosen Text nicht in der Sendung aufgetreten. HG Butzko hat aber seinen Text ins Netz gestellt und so können wir uns durchlesen, was die Redaktion des ZDF uns nicht zumuten wollte.

Bild: Butzko

So, was haben wir heute gelernt?

Die Europawahl ist wichtig, gerade für uns in Deutschland. Warum? Weil wir so eine tüchtige Exportnation sind, die z B Zaziki günstiger herstellen und anbieten kann, als z B die Griechen.

Was allerdings zur Folge hat, dass die grichischen Zazikihersteller auf ihrem Zaziki sitzen bleiben, pleite gehen, und am Ende nicht mal mehr genug Geld haben, um unseren deutschen Zaziki zu kaufen. Dumm gelaufen.

Aber kein Problem. Dann geben wir den Griechen eben Kredite, damit sie Geld haben, um unseren Zaziki zu kaufen, und wenn sie diese Kredite auch nicht mehr bedienen können, bilden wir eben aus unseren Steuergeldern einen Schutzschirm für die Kredite, die die Griechen brauchen, damit sie Geld haben, um unseren Zaziki zu kaufen.

Außer in Zypern, da war dann Schluss mit lustig. Da hat man gesagt: Wenn Ihr Euch den deutschen Zaziki nicht mehr leisten könnt, dann sollen das eben die Leute bezahlen, die auf ihren Konten noch Kohle übrig haben. Und wir sehen: Wenn Banker sich gegen Politiker streiten, wer irgend eine Zeche zahle soll, streiten sich da unsere Steuergelder gegen unsere Spargelder. Und deswegen ist es auch völlig egal, wie dieser Streit ausgeht, am Ende verlieren immer wir.

Das ist das Erfolgsmodel der EU, wofür es dann auch folgerichtig den Friedensnobelpreis gab. Gut, wenn man sich die Bilder von regelmäßigen Ausschreitungen in etlichen europäischen Städten vor Augen führt, könnte man sich schon auch fragen, ab wann für das Nobelpreiskomitee eigentlich Krieg beginnt. 

Und in Ungarn soll ja eine Regierung an der Regierung sein. Da soll ja was los sein in dem Land, dass der türkische Ministerpräsident Erdogan sich fragt: Warum darf Ungarn bei Euch mitspielen, und die Türkei aber nicht?

Nun, vielleicht, weil unser Blick sowieso z Zt in eine andere Richtung geht, über den Atlantik: Dort verhandelt die EU mit den USA über ein so genanntes Freihandelsabkommen. Und wie das funktioniert, kann man so zusammenfassen: 

Wenn wir keine Chlorhühnchen kaufen wollen, sollen wir dem Chlorhühnchenproduzenten den Verlust ersetzen, den er macht, wenn wir keine Chlorhühnchen kaufen wollen.

Muss man nicht verstehen.

Genau so wenig, wie die Frage, warum wir eigentlich Leute in ein Parlament nach Straßburg wählen sollen, wenn doch die Entscheidungen in Brüssel gefällt werden, und zwar von Leuten die wir nicht gewählt haben.

Kein Wunder, dass die Wahlbeteiligung bei Europawahlen sich den Einschaltquoten von Phönix und arte annähert. Kann sein, wir sehen am Abend der Europawahl einen Politiker im Fernsehen den Satz sagen: „Der Wähler hat entschieden.“ Und dann wissen wir alle: Jetzt ist es nur noch einer!

Und die Partei, die dieser eine Wähler dann gewählt hat, die kann dann zwei Dinge behaupten. 1.) Wir haben 100% der Stimmen bekommen. Und 2.) Deswegen ist die Europawahl so wichtig, gerade für uns in Deutschland.

http://luzifer-lux.blogspot.de/2014/05/hg-butzko-die-europawahl-ist-wichtig.html

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